An dieser Stelle sollte ich Erwartungen erfüllen, und ausführlich und nachvollziehbar auf die Gründe und Distinktionsmerkmale bezüglich meines von vielen als Spaltung von PRüF! aufgefassten Komplementärangebots BRüF! eingehen.
Aber nach 14 Tagen fruchtloser Diskussion, die von vielen haltlosen Vorwürfen, wüsten Beschimpfungen meist völlig Unbeteiligter aber dafür hoch-emotional Involvierter, und letztlich der ungeprüften Ablehnung meines Prüfantrags durch die Hamburger PRüF-Zentralorga geprägt war, bin ich es jetzt – am Vorabend des 8.11.2025 – leid mich damit auseinander zu setzen, fokussiere mich und meine spärlichen Ressourcen auf das Wesentliche, und möchte alle Kritiker*innen bitten dies – wenigstens bis auf Weiteres -auch zu tun.
Spalter?
Ja, ich habe mir erlaubt Nicos Idee aufzugreifen, und mir mit der Veranstaltungsreihe BRüF! eine Möglichkeit geschaffen mich trotz aller Differenzen in anderen Fragen doch mit dem Kernanliegen von Nicos PRüF!-Demos solidarisch zu zeigen, und freue mich, dass einige andere dieses Angebot nicht nur annehmen, sondern aktiv mitgestalten.
Und nein, ich will niemandem etwas kaputt machen oder wegnehmen, im Gegenteil, ich versuche Personenkreise für die Sache zu gewinnen, die aus Gründen , die ich teile, andernfalls den Protesten ganz ferngeblieben wären.
Als wöchentliches, familienfreundliches und stationäres Protest-Picknick konzipiert, unterscheidet BRüF! sich zwar in Zielgruppe und auch organisatorisch deutlich von monatlichen Großdemos mit prominenten Attraktionen im Kulturprogramm, aber eben weil hier quasi keine Konkurrenz um dasselbe Publikum besteht, möchte ich Alle, die meinen jetzt sei erst recht sei der beste Zeitpunkt die Diskussion auf Nebenschauplätzen weiter eskalieren zu müssen, sowohl eine klare Absage erteilen, als auch herzlich von unseren Versammlungen ausladen.
Als Vater von min. einem LGBTGi+-Kind, mit Einträgen sowohl in der sächs. „politische Kriminalität -links“-Polizeidatenbank u.a. wegen „Verstößen gegen das Versammlungsgesetz“, als auch als feindmarkierte Zielperson in einschlägigen rechten Online-Prangern, stehe ich hier in Dresden/Sachsen mit dem Rücken zur Wand, und kann die Teilnahme an Protesten nur riskieren, wenn ich dies in der nur um Nuancen privilegierteren Rolle als Anmelder tue und als Versammlungsleiter einen gewissen Grad an Einfluss auf Art, Gestaltung und die gelebte Protest-Etikette habe.
Und als erwerbsunfähiger Alleinerziehender wohne ich mangels Alternativen mit meinen minderjährigen Halbwaisen in einem der beiden TV-bekannten „Nazikieze“ in Deutschland , und werde dort jeden Tag mit menschlichen und politischen Abgründen konfrontiert, die Schuldzuweisungen wie die, ich sei quasi schuld daran, wenn rechtsextreme Parteien am Ende nicht mal geprüft geschweige denn verboten würden, für mich selbst in einem Maße relativiert, das bei mir nur einen Wunsch offen lässt:
Bitte lasst mich, und Leute wie mich, doch einfach unser Ding machen.
Wir feiern sehr was PRüF! macht, nur eben nicht wie und mit wem PRüF! es macht.
Kein böses Wort über PRüF wird je in unsere Mikros gesprochen. Und wenn einmal im Monat eine PRüF-Demo an uns vorbeizieht, werden wir sie bejubeln und anfeuern, versprochen. Und wenn der PRüF-Demo das nicht passt, herrje, dann muss sie uns ja nicht zurück grüßen.
Aber bitte: Lasst uns auf Anfeindungen jeglicher Art ab sofort verzichten. Zumindest bis ein Prüfantrag gegen alle rechtsextremen Parteien auf den Weg gebracht ist.
Dann können wir uns gern wieder verbal die Köpfe einschlagen, Resümees ziehen, und schmutzige Wäsche waschen. Und ja, mir liegt da auch Einiges sehr auf dem Herzen.
Aber das zählt jetzt alles nicht.
Was zählt ist Druck auf die Landesregierungen.
Also lasst uns denen da Oben ordentlich Saures geben, divers in der Taktik, aber vereint im gemeinsamen Ziel sein, und das jede*r nach den eigenen Bedürfnissen und Möglichkeiten.
Danke für Eure Rücksichtnahme, und viel Glück allen, die ab morgen regelmäßig für einen Prüfantrag von gesichert rechtsextremen Verfassungsfeinden auf die Straße gehen.
Ich hoffe wir werden es alle haben, aber nicht alle brauchen.
SoliGrü aus Gorbitz!
Mirco da Silva (Opa gegen Rechts in Dresden)